Sein, das Neue

Das Neue S. überwindet den Zwiespalt zwischen essentiellem und existentiellem →Sein. Daher ist das Verlangen nach dem Neuen S. in allen Religionen und selbst in profanen Formen wirksam.
Das Neue S. ist in →Jesus als dem Christus erschienen: In einem personhaften Leben ist das Bild wesenhaften Menschseins unter den Bedingungen der →Existenz erschienen, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
Dadurch, dass er das Neue S. bringt, ist Jesus Christus der Erlöser. Die Erlösung, d.h. die Teilhabe am Neuen S. wird in dreifacher Weise erfahren:
(a) Die Erfahrung des Neuen S.s als Schöpfung (Wiedergeburt). Wiedergeburt heißt das Ereignis, in dem der göttliche →Geist ein personhaftes →Leben ergreift und →Glauben in ihm schafft. Der oder die Wiedergeborene ist in eine neue Wirklichkeit: er hat teil am Neuen S.s., das in Jesus Christus erschienen ist.
(b) Die Erfahrung des Neuen S.s als Paradox (Rechtfertigung/Annahme) Durch die Sündenvergebung, d.h., durch die Aufhebung der →Entfremdung von Gott wird der Mensch zu dem gemacht, was er wesentlich ist. Gott nimmt den unannehmbaren Menschen an. Da in der Beziehung zu Gott, wie es das →protestantische Prinzip ausdrückt, allein Gott handelt und kein menschlicher Anspruch, kein religiöser Anspruch, aber auch kein intellektuelles, moralisches oder religiöses „Werk“ uns wieder mit ihm vereinigen kann, geschieht die Rechtfertigung, d.h. die Annahme allein „aus Gnade durch Glauben“, wobei der Glaube der Kanal ist, durch den die Gnade dem Menschen vermittelt wird (vgl. Luther).
(c) Die Erfahrung des Neuen S.s. als Prozess (Heiligung). Heiligung ist der Prozess, in dem das Neue S. den einzelnen und die Gemeinschaft umformt. Dies geschieht: (1) durch das wachsende Bewusstwerden der Zweideutigkeit und der Fragen der Existenz sowie der Antworten, (2) durch die wachsende →Freiheit vom allgemeinen →Gesetz, (3) durch das wachsende Verbundensein und die wiedervereinigende Macht der agape, und (4) durch die Selbsttranszendierung auf das Unbedingte hin. DD

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