Philosophie und Theologie

Der Beziehungspunkt von wissenschaftlicher Forschung und T. liegt in dem philosophischen Element, das sowohl die Wissenschaft als auch die T. enthalten. P. ist der Erkenntnisweg zur Wirklichkeit, auf dem die Wirklichkeit als solche Gegenstand des Erkennens ist. Die T. stellt dieselbe Frage nach der Wirklichkeit als solcher, denn das, was uns unbedingt angeht, muss zur Wirklichkeit als solcher gehören. P. und T. stellen die Frage nach dem Sein von unterschiedlichen Ausgangspunkten her: Die P. beschäftigt sich mit der Struktur des →Seins an sich, die T. mit dem Sinn des Seins für uns, d.h., es besteht keine gemeinsame Basis zwischen beiden. An folgenden Punkten werden die Divergenzen konkret:
(a) Erkenntnishaltung: Der Philosoph versucht, Distanz gegenüber dem Sein und seinen Strukturen einzunehmen. Im Gegensatz dazu ist der Theologe in seinen Erkenntnisgegenstand einbezogen, er ist durch seinen Glauben bestimmt (→theologischer Zirkel), seine Haltung ist existentiell.
(b) Quellen: Die P. sieht auf das Ganze der Wirklichkeit. Der Standort, von dem aus geschaut wird, ist kein Ort, sondern die reine Vernunft. Die T. muss Ausschau halten, wo das, was sie unbedingt angeht, sich manifestiert, und muss dort stehen. Das Medium ist nicht die Vernunft, sondern die →Kirche.
(c) Inhalt: Die P. beschäftigt sich mit den Kategorien des Seins in bezug auf den Stoff, der von ihnen seine Struktur erhält. Die T. bezieht dieselben Kategorien und Begriffe auf die Frage nach einen →Neuen Sein (I 25–37). AN