Opfer

Jesus bestätigt seinen Charakter als Christus gerade dadurch, dass er sich als Jesus preisgibt an sich als den Christus. Aber man darf diese O.funktion nicht von seinem →Sein trennen, dessen Manifestation sie ist (II 134,135).
(b) Selbstopfer/geschichtliches O.: Der Lebensprozess der Person schwankt zwischen dem Möglichen und dem Wirklichen und verlangt von mir die Hingabe des einen für das andere. In diesem Phänomen zeigt sich der O.charakter alles Lebens. Die Zweideutigkeit des O.s wird offenbar, wenn die Frage gestellt wird: Was soll geopfert werden? Das Selbstopfer kann wertlos sein, wenn das →Selbst nicht wert ist, geopfert zu werden. Wenn das Selbst wert ist, geopfert zu werden, erhebt sich die Frage, ob der, für den es gebracht wird, wert ist, es zu empfangen (III 55–57). Das Schicksal jedes Menschen ist abhängig von geschichtlichen Bedingungen.
(c) In der „Gemeinschaft des heiligen Geistes“ ist die Person von den Zufälligkeiten der →Freiheit und des Schicksals unter den Bedingungen der →Existenz befreit. Die Annahme dieser Befreiung ist das allumfassende O., das zugleich die allumfassende Erfüllung ist. Es ist das einzige unzweideutige O., das ein Mensch bringen kann und das ihn mit der Notwendigkeit, endliche Möglichkeiten zu opfern, versöhnt. Der göttliche →Geist kann den zweideutigen und tragischen Charakter des O.s der Lebensmöglichkeiten aufheben und den echten Sinn des O.s sichtbar werden lassen – die Anerkennung der eigenen Endlichkeit (III 308–310). AN