Literalismus

„Die Worte Literalismus und literalistisch sind unübersetzbar. Sie bezeichnen eine theologische Haltung, die Symbole wörtlich nimmt und sie dadurch ins Abergläubische und Absurde verkehrt“. Beispiele für Symbole, bei denen die Gefahr literalistischen Missverständnisses besteht, sind:
(1) Symbol des „Falls“, wenn es mit der wörtlich aufgefassten Genesisgeschichte gleichgesetzt wird (II 35);
(2) Die christlichen Symbole (Menschensohn, Sohn Gottes, →Christus, Logos), die durch ein wörtliches Verständnis ihren existenziell symbolischen Sinn verlieren und auf das Niveau eines abergläubischen Supranaturalismus herabgedrückt werden (II 119ff; 151);
(3) Die Symbole für →Prä– und Postexistenz (II 172);
(4) Der Mythos überhaupt (III 25).
Für Tillich wäre der L. keine ernst zu nehmende und zu beachtende theologische Größe mehr, wenn er nicht einen beträchtlichen hemmenden Einfluss auf die apologetische Arbeit der →Kirche nach außen (hinsichtlich der Vermittlung zwischen christlicher Botschaft und moderner →Kultur) ausüben würde (II 35). CP