Freiheit

Tillich untersucht Sinn und Wesen der F. ontologisch. Wichtig ist, dass der Mensch die Struktur des Individuums als Träger der F. innerhalb der größeren Strukturen, zu denen die individuelle Struktur gehört, erfährt. „Das Schicksal weist auf die Situation des Menschen hin. Er steht der Welt gegenüber und gehört ihr gleichzeitig an“ (I 215). Gegen die traditionelle Unterscheidung von Determinismus und Indeterminismus setzt Tillich die Polarität von F. und Schicksal. F. ist die F. „des Menschen, das heißt desjenigen Seienden, das kein Ding, sondern ein vollendetes Selbst und eine rationale Person ist“ (I 216). Erfahren wird F. als Erwägung, Entscheidung und Verantwortung. So wird auch der Sinn von Schicksal deutlich. Es ist die Konkretheit unseres →Seins, die all unsere Entscheidungen zu unseren Entscheidungen macht. Nur wer F. hat, hat Schicksal (I 217). Entscheidend ist die Polarität von F. und Schicksal bei der Betrachtung des Übergangs von der →Essenz zur Existenz: (a) Der Mensch hat F. im Gegensatz zu anderen Lebewesen; (b) Die F. des Menschen ist endliche F., da alle Potentialitäten, die seine F. konstituieren, durch den Gegenpol, sein Schicksal, begrenzt sind (II 38). CA