Essentifikation

An Schelling anknüpfend, beschreibt Tillich die Rückkehr zu dem Zustand reiner Wesentlichkeit oder Potentialität und die Ausscheidung alles dessen, was unter den Bedingungen der →Existenz wirklich ist, als E.
E. kann auch bedeuten, dass das Neue, das sich in Raum und Zeit verwirklicht hat, zu dem essentiellen →Sein etwas hinzufügt, indem es dieses mit dem Positiven verbindet, das in der Existenz geschaffen wird, und so das unbedingt Neue, das →Neue Sein schafft, nicht fragmentarisch, wie in allem zeitlichen →Leben, sondern als vollkommenen Beitrag zum →Reich Gottes in seiner Erfüllung (III 453). Deutlich wird dies an dem Beispiel von authentischen Portraits und Ikonen, wobei letztere essentifizierte Bildnisse des Christus, der Apostel und der Heiligen sind, und erstere eine Konzentration aller entscheidenden Momente des Lebens dieser Person widerspiegeln (III 466). Auf die Frage, was das →Symbol der ewigen Seligkeit für das Universum außerhalb des Menschen bedeutet, antwortet Tillich: „Nach dem, was über ‚Essentifikation‘ gesagt wurde, könnte man eine mögliche Antwort darin sehen, dass alle Dinge, da sie als von Gott geschaffen gut sind, in ihrem Wesen, ihrer Essenz, am göttlichen Leben teilhaben“ (III 458). E. ist als dialektisch zu bezeichnen, da die christliche Lehre von der →Entfremdung deutlich macht, dass jedes menschliche Wesen sich gegen das →Ewige Leben stellt und zugleich nach ihm strebt (III 459). CA

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